Entfetten2018-11-01T15:17:31+00:00

Entfetten

Das Entfetten ist sowohl für das Feuerverzinken als auch für galvanisches Verzinken ein Vorbehandlungsschritt. Darunter wird das Entfernen von Wachsen, Ölen und Fetten von der zu beschichtenden Oberfläche verstanden. Im Prozessverlauf wird es nach mechanischen Reinigungsverfahren und stets vor chemisch-physikalischen Reinigungsverfahren eingesetzt, sofern diese zum Einsatz kommen.

Das Entfetten ist selbst dann erforderlich, wenn nur Spuren von Öl oder Fett, z.B. in Form von Fingerabdrücken vorliegen. Das Entfetten vor den Beschichtungsprozessen ist vornehmlich auf die Beseitigung von Rückständen aus der Werkstückherstellung ausgerichtet. Da jedes Werkstück ursprünglich aus einem Urformprozess und meist einem oder mehreren Umformprozessen entsteht, sind auf den Oberflächen unter anderem die folgenden Fremdschichten vorzufinden:

  • Kühlmittel/ Kühlschmierstoff, oft mit Rostschutzkomponenten
  • Gleitmittel (Erdalkali-/Metallseifen)
  • Schmiermittel (mineralische oder synthetische Öle)
  • Festschmierstoffe wie z.B. Graphit, Talk etc.

Das Entfetten kann durch mechanische Bewegung, Ultraschall, Erwärmung oder elektrolytisch unterstützt werden. Die Qualität der Entfettung erfolgt durch einen Benetzungstest mit destilliertem Wasser. Bildet das Wasser auf der Oberfläche Tropfen oder Inseln, so ist die Entfettung unzureichend. Eine gleichmäßige Wasser-Benetzung der Metalloberfläche ist für eine positive Qualitätskontrolle anzustreben.

Reinigungsanlagen

Stark verschmutzte Bauteile sind sowohl für die mechanischen Verfahren als auch für die Reinigungsbäder der Verzinkungsprozesse ungeeignet. Fettklumpen können das Strahlgut verkleben lassen, es damit für die Wiederverwendung unbrauchbar machen oder die Strahlgutrückführung verstopfen. Die Reinigungsbäder würden zu schnell verschmutzt werden.

In der industriellen Instandhaltung von Maschinen und Anlagen und auch bei Instandsetzungsbetrieben (z.B. Motoren- und Getriebeinstandsetzung) werden sogenannte Teilereinigungsanlagen verwendet. Mit Hilfe von heißem Spritzwasser und Chemikalien werden Maschinenteile vor ihrer Überarbeitung gereinigt. Dazu werden die Bauteile auf das Waschgitter gelegt und die Anlage geschlossen. Bei hohen zweistelligen Temperaturen werden die Teile von rotierenden Sprühdüsen abgespritzt. Die Reinigung läuft automatisiert ab. Je nach Anwendungsfall werden Teilereinigungsanlagen in verschiedenen Größen eingesetzt. Kfz-Werkstätten verwenden meist von Hand betriebene Teilewaschtische, um Bauteile vor dem Wiedereinbau zu reinigen. Für einen kontinuierlichen Reinigungsprozess existieren auch vollautomatische Reinigungsstraßen mit hoher Komplexität und Ausbringung.

Behandlungsverfahren
Teile behandeln lassen
Auftragsablauf